Iris Maurer

Smarte Gesundheitsassistenten der Zukunft

Im internationalen Konsortium SensorTech4Health entwickeln Partner aus Industrie und Wissenschaft Assistenzsysteme, die es Menschen künftig ermöglichen sollen, ihren Gesundheitszustand im Blick zu behalten und lange selbstständig in ihren eigenen vier Wänden zu leben.

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Internationale Partner aus Wissenschaft und Industrie entwickeln im Forschungsprojekt SensorTech4Health 2030 intelligente Gesundheitsassistenten. Als Teil einer Smart-Home-Umgebung oder diskret am Körper getragen, sollen sie zu mehr Wohlbefinden, Sicherheit und einer gesunden Lebensweise beitragen. Ziel ist es, Selbstständigkeit und Fitness durch Prävention möglichst lange zu erhalten. Denn wer seine Gesundheit, seinen Stresslevel und seine Schlafgewohnheiten im Blick hat, kann seine Lebensqualität länger erhalten und dem Gesundheitssystem und auch sich selbst hohe Kosten ersparen.

Gassensoren und Mikrophone überwachen diskret

Dabei nutzen die Forscher Stoffwechselprodukte, die Haut und Atemluft permanent in die Umgebung abgeben. Diese Molekül-Cocktails, sind sehr charakteristisch, für menschliche Nasen jedoch meist nicht wahrnehmbar.

Im Rahmen des Projektes sollen verschiedene Geräte entwickelt werden, die automatisiert und diskret Schlafqualität, Stresslevel und Gesundheitsparameter überwachen. Sie sollen „etwa Körperausdünstungen und Atemgas wie auch flüchtige organische Verbindungen erkennen. Mit Künstlicher Intelligenz und passenden Algorithmen werden diese Messwerte mit denen anderer Sensoren in Zusammenhang gebracht“, erklärt Christian Bur, der als Habilitand am Saarbrücker Lehrstuhl für Messtechnik im Team von Professor Andreas Schütze an Gassensoren forscht und den Bereich Medizinische Messtechnik leitet.

Privatsphäre und Datenschutz seien gewährleistet, denn „Die Systeme werden lediglich aufbauen auf Gassensoren und Mikrophonen, die ohne Spracherkennung ausschließlich Geräusche erfassen. Sie werden keine Kamera haben, die filmt, und keine Daten in eine Cloud laden oder versenden. Die Signalverarbeitung erfolgt ausschließlich lokal in den Geräten selbst“, so Bur.

Technische Lösungen für jedermann

Die neuen Gesundheitsassistenten sollen es noch mehr Menschen quasi nebenbei und ohne großen Aufwand ermöglichen, Informationen aus der häuslichen Umgebung, einem Krankenzimmer oder auch direkt am Körper zu erfassen. Die Technik soll diese Messwerte „verstehen“ lernen und mithilfe maschineller Lernmethoden einer bestimmten Situation zuordnen, um entsprechende Schritte einzuleiten oder vorzuschlagen, wie zum Beispiel bei verbrauchter Luft zu lüften. „Es sollen technische Lösungen für jedermann entstehen. Angefangen bei jungen Leuten im Hinblick auf gesunde Lebensweise bis hin zu Senioren, Pflegebedürftigen und chronisch kranken Menschen in ihrem häuslichen Umfeld“, erklärt Christian Bur.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Assistenzsysteme, die beim Hören unterstützen und Hörverlust bekämpfen.

Projekt SensorTech4Health

Das internationale „Verbundprojekt: Mikroelektronische Sensortechnologien für die personalisierte Gesundheitsvorsorge – SensorTech4Health2030″ im Bereich Digital Health mit rund 15 Mio. Euro gefördert durch die nationalen Ministerien im Rahmen des EUREKA-Clusters Xecs. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert die deutschen Partner über die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH. An die Universität des Saarlandes fließen 1,2 Mio. Euro.

Partner sind Projektkoordinator Bosch Sensortec (Deutschland), Robert Bosch GmbH (Bosch Corporate Research, Deutschland), Robert Bosch Oy (Finnland), Intervall Beratung GmbH (Deutschland), Cochlear Technology Center (Belgien), VS Particle (Niederlande), Sintex (Tschechien) und PulseOn (Finnland). Akademische Partner sind das Universitätsklinikum Freiburg, die Universität des Saarlandes (Deutschland) und das National Institute of Mental Health (Tschechien).

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